Ein Heilbad feiert seine Zukunft:  Arnold Pöhlker erinnert an das Werden und Wachsen von Bad Meinberg als Kirchdorf und Kurort und wagt einen mutigen Blick voraus

Sommerliche Jubiläumsparty hat ein unterhaltsames Nachspiel

 Die einen lassen den Jahreswechsel geruhsam ausklingen. Für andere bedeutete er Schwerstarbeit – so für die Sägerinnen und Sänger vom Ev. Gospelchor „be more“ Bad Meinberg.  Zum Ausklang des Jahres bot die Chorgemeinschaft unter Leitung von Arnold Fehlberg nicht nur musikalisch allerbeste Kost. Einige Akteure schlüpften sogar in eine schauspielerische Rolle und verkörperten gekonnt Protagonisten aus der Vergangenheit des Kurortes. „Be more“ (sei mehr) –  der Name unterstreicht, dass sich der Chor in vielen Genres sicher bewegt. Das Jubiläum des Kurortes im Sommer und das unterhaltsame Nachspiel zum Jahreswechsel gehörten mit zu den Highlights im vergangenen Jahr, so die einhellige Meinung der Zuschauer im Kurtheater. Denn „hier hat Bad Meinberg nicht nur seine Vergangenheit gefeiert, sondern auch seine Zukunft“, gab sich Arnold Pöhlker zuversichtlich.  Vielleicht sei das nicht überall so wahrgenommen worden. Auf keinen Fall habe man dies als eine romantische Party des Scheiterns feiern wollen – ganz im Gegenteil. „Bad Meinberg feiert und das zeigt, dass der Kurort lebt“, so Pöhlker, bei dem als Moderator, Autor und Regisseur des Nachspiels  alle Fäden zusammenliefen. Die Zeitreise von anno dazumal als Kirchdorf und die Entwicklung des Kurortes wurde mit vielen historischen, bisher unbekannten Fotos und Video-Einspielungen informativ unterlegt.  „Mit Leben füllen können jedoch nur Menschen ein Programm“, erklärte Pöhlker. Deshalb sprach er den Gospelchor an, und die Sängerinnen und Sänger waren sogleich Feuer und Flamme bei dieser Aufgabe. Mit weihnachtlichen Liedern, aber auch modernen Songs sorgte das seit 1996 bestehende Ensemble für musikalische Glanzlichter.

Historische Besucher und Hit´s der 20er Jahre

hb002Historischen Besuch erhielt die Veranstaltung durch ein wechselseitiges Interview der Gründerväter des Kurortes Meinberg in historischen Gewändern: vom Mediziner Dr. Johann Erhard Trampel (Volker Riesenberg) und ev. Pfarrer Friedrich Christoph Puhstkuchen (Fabian Roll).   Originell präsentierte sich ein Kurorchester im Outfit der 1920er Jahre. Einstudiert und begleitet am Piano von Christina Wissmann, führte das Ensemble die Zuschauer mit Evergreens wie „Veronica, der Lenz ist das…“ und „Ein kleiner grüner  Kaktus…“  in das Genre des damals aufstrebenden Kurortes.
Als Sänger und Musiker wirkten Volker Riesenberg, Hans Huger, Bettina Kreckel, Ulrike Silbermann und Christiane Heyd mit. Über den  „heiter ausschweifenden Badeort“ von „Kurschatten“ bis „Reha-Schatten“ wusste Arnold Pöhlker zu berichten – auch, dass es inzwischen eine Kurschatten-App gibt, um sich mit einem passenden Flirt-Begleiter auf Zeit zu verabreden. Dass der gemeine Lipper ein besonderer Menschenschlag ist, bei dem manche an Wolpertinger und Gallier denken,  stellte Christa Wißmann im Interview mit Bettina Kreckel heraus .
Arnold Pöhlker nahm den Faden auf und vertiefte die Gedanken Heinrich Drakes zu dem „Juwel Lippes“, dem aus Urständ entstandenen und im Laufe der Zeit erwachsenen gewordenen Staatsbad Meinberg. Dabei stellte er die wertvollen natürlichen Heilmittel heraus, die weltweit in dieser Häufigkeit nirgendwo anders zu finden sind.
Einen vielbejubelten Gastauftritt feierten die „Singenden Nonnen“ Bettina Kreckel, Ulrike Silbermann und Christiane Heyd mit ihrem Song „Dominique“ aus dem bekannten Filmmusical, unterstützt von Volker Riesenberg (Gitarre).

Ein Heilbad sucht seinen Weg in die  Zukunft

hb04Mit Spannung hörten die Zuschauer, wie eine Wiederbelebung des Heilbades in Zukunft gelingen kann. Ein wichtiges Standbein dafür sei  ein „Integratives Zentrum der Gesundheitswirtschaft“. Dieses müsse vordringlich auch deshalb geschaffen werden, um den Bad-Status zu erhalten. Dabei sei die Abgabe von Schwefelmoor im Rahmen von ambulanten Reha-Maßnahmen bei  rheumatologischer und dermatologischer Indikation geplant und werde nach Marktanalysen als sehr aussichtsreich bezeichnet.
Der beste Standort dafür sei, so Pöhlker, das Stern-Gesundheitszentrum. Hier könne alles bequem und fußläufig unter einem Dach angeboten und verabreicht werden. Außerdem bestehe hier genügend Platz für hausärztliche Praxen. Diese würden absehbar dringend benötigt, um die hausärztliche Versorgung Bad Meinbergs – auch mit Blick auf die zahlreich vorhandenen Senioren- und Pflegeheimen – sicherzustellen. Letztendlich sei dies auch ein wichtiger Beitrag,  um dauerhaft für eine attraktive  Wohn- und Aufenthaltsqualität zu sorgen.
Als bisher schon wirksam, in Zukunft noch wichtiger werdend erweisen sich weitere Standbeine Bad Meinbergs wie „Tagungs-, Seminar- und Eventbetrieb“, „Unterhaltssparte“ und „Tourismus mit Natur und Kultur“.  Vielfach sei eine gewisse Aufbruch-Stimmung neuerdings zu spüren, so Pöhlker. Erfolgreich könne man aber nur sein, wenn alle Verantwortlichen am Ort und in der Stadt Hand in Hand zusammenwirken und an einem Strang ziehen.  Zahlreiche Ideen aus einem vor über einem Jahr gegründeten Netzwerk ehrenamtlicher Akteure  liegen auf dem Tisch.
Wenn alles in eine gute Richtung geht,  mag sich „Gabriellas Song“, dargeboten vom Gospelchor aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“,  verwirklichen: „Die Sehnsucht nach dem Himmel – nach einer heilen(den) Welt im Angesicht der Erfahrung eines unvollkommenen Lebens hier auf Erden mit vielen Brüchen. „Ein klein wenig von diesem Himmel ist auch hier im schönen Kurort Bad Meinberg verortet“, so Arnold Pöhlker. Mit „Oh happy Day“, grandios und gekonnt von Thomas Schmitz-Eisenzimmer gesungen, verabschiedeten sich alle Akteure vom Publikum mit guten Wünschen für das neue Jahr.